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On the other side of the globe

Einmal um die ganze Welt, Teil 2

when Mai 2003

where Neuseeland und Australien

25. - 30. Mai 2003: Auckland bis New Plymouth, NZ

View from Aucklands Sky Tower

Faszinierend, als ich damals diese Email schrieb, hockte ich in einem kleinen InternetCafe in New Plymouth, es war schon Abend, während ihr Daheimgebliebenen morgens selbige einmal quer durch den Erdkern empfangen habt.... Aber genug von diesem technischen MumboJumbo, ihr wollt sicherlich wissen, was damals seit LA passiert ist! Folgende Sachen sind für die Nachwelt festzuhalten:

ERSTENS: Quantas Airlines ist blöd! Teyna hat wie wild versucht, mich zu meinem Geburtstag im Flugzeug irgendwie zu überraschen, sei es mit einem Kuchen oder mit einem Besuch im Cockpit! Leider sind die Damen am Quantas Schalter in LA des Englischen längst nicht so mächtig wie Teyna gewesen, deshalb fiel schonmal der Kuchen flach. Dann hat der Steward in der Maschine zwar Sekt gereicht, aber nur mir und meiner Frau (dachte er jedenfalls), nicht aber Albrecht, der auch als zur Gruppe gehörend zu erkennen war, und er reichte ihn als wir gerade abgehoben hatten und es immer noch der 23. war. Und Terroristen sind auch blöd, weil ich wegen denen (und weil ich wohl mit meinen langen Haaren wie einer aussehe) nicht ins Cockpit durfte! Trotzdem nochmal danke an alle, die meinen Geburtstag nicht vergessen haben, ihr hattet ja hoffentlich Spass auf meiner anschließenden Abschied-Vom-Studentenleben-Fete!

ZWEITENS: Neuseeland ist geil! Die ersten drei Tage haben wir in Auckland verbracht. Morgens um 5 Uhr sind wir gelandet und mussten uns erst einmal mit den dortigen Quarantänebestimmungen auseinandersetzen. Denn fünf Meter vor der Zollkontrolle fiel uns erst wieder ein, dass wir noch amerikanische äpfel aus unserer Marschverpflegung bei uns hatten. Im Bus in die Innenstadt trafen wir ein nettes einheimisches Pärchen, welche uns Tonnen von Tips gaben, bis die Frau zum Mann sagte, er solle aufhören, da wir uns sonst garnicht mehr entscheiden könnten. Ein richtiges Problem war aber, um 7 Uhr morgens ein Hostel zu finden, da die normalerweise erst um 8 Uhr aufmachen. Zwar war das von uns dann auserwählte Hostel etwas rustikaler, was soviel bedeutet, es war so aufgeräumt wie mein Zimmer hier in Deutschland und zumindest mein Bett hatte eine starke Neigung zur linken Seite hin, was zusammen mit der Tatsache, dass es ein Hochbett und ich oben schlief, immer zu einem leicht mulmigen Gefühl beim Einschlafen führte. Dafür lag es in einem netten Viertel direkt neben dem Stadtzentrum und war als einziges noch nicht voll belegt!

Mount Taranaki

Nach den Tagen in Auckland mieteten wir uns ein Auto, was in der Nebensaison mit 13 Euro pro Tag extrem günstig war und fuhren damit quer durchs Land. Nachdem wir also Auckland hinter uns gelassen hatten, welches nebenbei gesagt eine sehr schöne Stadt ist ähnlich wie Sidney, wenn einer von euch schon mal da war, sind wir runter nach Waitomo gefahren, wo es eine Menge Kalksteinhöhlen zu bewundern gibt. In der Glowwormcave zum Beispiel waren zehntausende von Glühwürmchen zu beobachten, die an der Decke hingen. Da Kameras nicht erlaubt waren, müsst ihr mal selber hinfahren! Wie ein Teppich aus kleinen Lichtern an der Decke und man sieht sie auch im Dschungel, der dort vorzufinden ist. Abends machten wir einen kleinen Bushwalk an einem Fluss entlang, und dort waren ebenfalls überall an der Seite des Weges diese Lichter von den Glühwürmchen zu sehen, die einen an Augen von Tieren erinnerten. Aber das wildeste, was es in der Gegend dort zu sehen gab, waren Schweine!

DRITTENS: Die Pflanzenwelt ist unglaublich! Zum einen gibt es dort dichten tropischen Dschungel, aber nebendran auch europäische Wiesen, wie man sie im HerrDerRinge-Film gesehen hat. Nach einem Tag sind wir aber schon weiter nach New Plymouth, wo wir noch einmal einen Bushwalk gemacht haben. Dieser führte uns entlang der Seiten des 2800 Meter hohen erloschenen Vulkanes namens Mount Taranaki (siehe Bild links). Soviel wie die ersten sieben Tage in Neuseeland war ich wohl schon lange nicht mehr freiwillig gewandert (sorry Papa!).

Schauen wir mal, wo der Wind uns als nächstes hintreibt. Geplant war Richtung Wellington, aber man weiss ja nie...

Also bis die Tage, altersackVeeck

PS: Bruder, tolle Idee, dass ich dir den AllBlacks-Pulli kaufen und nach Hause mitbringen sollte! Es war doch etwas kühler als gedacht und so musste ich diesen schon mal probetragen!

31. Mai - 2. Juni 2003: Wellington, NZ

Lomo Waterfall

Eigentlich wollten wir von New Plymouth einen Abstecher in den Tongariro-Nationalpark und dort die sogenannte Tongariro-Crossing machen, eine Wanderung durch fantastische Vulkanlandschaften. Leider war das Wetter für diesen Tagesmarsch zu schlecht und laut Wetterbericht sollte es auch nicht bessern und so zogen wir nach nur einer übernachtung weiter gen Wellington. Weitere unglaubliche Landschaften und etliche der 48 Millionen Schafe Neuseelands später fuhren wir endlich in der zweitgrößten Stadt Neuseelands ein. Und wie schon in Aukland waren ALLE BackpackerHostels belegt. Sagte ich alle? Nein, alle bis auf eins: Das BeethovenHaus.

Und wer könnte ein Beethovenhaus besser führen als ein Asiate! Alan, so sein Name, war der erste Hostelbesitzer, den ich namentlich und mit Bemerkung über seine 'direkte' Art im LonelyPlanet-Reiseführer erwähnt fand. Und wie sich herausstellte, trug er wirklich sein Herz auf der Zunge bzw. Stift und Papier immer bei sich: Unter den vielen Zetteln, die er quer durch das sehr rustikal, heimelig und unter anderem mit einer BeethovenBüste eingerichtete Haus verteilt hatte, stach auf der Veranda folgendes die Raucher unter uns kritisierende hervor. Sinngemäss lautet der Spruch: 'Wenn ihr mir euren Zigarettenrauch ins Gesicht blast, wie würde es euch gefallen, wenn ich euch mein durch Alkoholkonsum erzeugtes Urin ins Gesicht pisse?'. Aber am meisten beeindruckte uns das Schild am defekten Toaster, auf dem er dem Knucklehead, der selbigen demolierte, wünschte, er wäre nie geboren worden. Weiter Highlights im Haus waren:

Wir haben uns also köstlich über Alan amüsiert, waren aber verblüfft und verwirrt, als wir feststellen mussten, dass er etwas deutsch sprechen kann! Nach kurzer Beratung von uns dreien kamen wir aber zu dem Ergebnis, dass wir nie in seiner Anwesenheit über ihn gelästert hatten!

Sunset near Napier

Das Beethovenhaus ist also ein MUSS, wenn man in Wellington weilt! Ansonsten ist Wellington eine nette Stadt, sehr auf Vergnügungstourismus ausgerichtet, was an den Spielhallen und Internetcaffes auf der Hauptvergnügungssstrasse zu erkennen war. Ein Besuch im Zoo war auch in unserem Programm enthalten, vor allem um Kiwis zu sehen. Da sie aber nachtaktiv und sehr scheu sind und im Nachtterrarium ne Menge Kinder plärrend rumliefen, konnten wir einen nur ganz kurz zu Gesicht bekommen.

Danke für die lieben Grüße und den Fisch, ich leg jetzt auf!

Gruß, M (und von Teyna natürlich auch!)

3. Juni 2003: Napier, NZ

Ein weiteres Leitmotiv dieses Urlaubs war sicherlich unserer Spontanität: War abends schon die Fährfahrt auf die Südinsel und ein Hostel dort gebucht, sind wir dann doch kurzentschlossen am nächsten Morgen auf der Nordinsel geblieben und haben den Süden gecancelt. Uns war klar geworden, dass drei Wochen schon gerade mal so reichen würden, um die Nordinsel zu erkunden, wie furchtbar wäre also das Gehetze, wenn wir uns auch noch in der Südinsel hätten umschauen wollen?

A small glimpse of Napier

Wie gesagt entschieden wir uns extrem kurzfristig nicht auf die Südinsel zu gehen, sondern die Zeit besser hier im Norden zu verbringen. Also ab ins Auto und wieder nach Norden Richtung Hawke's Bay. Auf unserem Weg hielten wir für einen Kaffee in Hastings an, aber lasst euch eins gesagt sein: Diese Stadt ist tot! Haltet da bloss nie an! Niemals! Unter keinen Umständen! Ihr langweilt euch! Garantiert! Jede Wette! Ich verscheisser euch nicht! Fahrt durch bzw. vermeidet selbst dass! Fahrt gleich weiter! Zur Belohnung erblickt man dann solche Sonnenuntergangsstimmungen wie auf dem Bild! Wo uns der Wind als nächstes hintrieb? Nach Napier!

Die Architekten unter euch sollten nun mit der Zunge schnalzen, denn dies ist was? Eine der wichtigsten Art-Decor-Städte der Welt! Wunderschöne Häuser, deren Fassaden reichlich mit südamerikanisch-beeinflussten Ornamenten verziert sind. Diese Kulisse nahm ich zum Anlass, um nach dem Wellingtoner Zoo zum zweiten Mal die Herrschaft über Teynas Digitalkamera zu übernehmen und hunderte Bilder von den Häusern zu machen. Sollte ich mal ein Haus bauen, wird es ebenfalls einen Hauch Art-Decor enthalten.

Jetzt wird erst mal gechillt bevor es weitergeht! Veeck

5. - 7. Juni 2003: Lake Taupo, NZ

Puh, das stank! Und diesmal hat nicht einer der lustigen Drei einen fahren gelassen, sondern Mutter Natur, doch dazu später mehr. Nachdem sich Teyna noch ihren Wunsch nach einem Pferdeausritt in Napier erfüllt hatte, setzten wir unseren Weg nach Norden fort und machten Rast in Taupo.

Eigentlich hatten wir gehofft, von dort aus noch einmal diese Tongariro-Crossing in Angriff nehmen zu können, aber leider hat sich das Wetter in den Bergen nicht gebessert, sondern sogar noch weiter verschlechtert. Dafür hat uns Taupo mit noch mehr herrlichen Sonnenuntergangsbildern entschädigt sowie uns erlaubt, Bilder eines vollständigen Regenbogen zu knipsen, der sich quer von einem Ufer des Sees zum anderen erstreckte.

Dies geschah, als wir mit einem Ausflugsboot fuhren, welches einem alten Dampfschiff nachempfunden war, um uns unter anderem Maori-Felszeichnungen am Ufer des Sees anzuschauen. Und dieser Bootstrip war wirklich ein Trip für manch einen auf dem Boot! Wir waren alleine an Bord, da auch in Taupo die Nebensaison voll im Gange war, als Albrecht auf einmal aufstand und nach vorne Richtung Steuermannkabine ging, um mit den Worten: "Der Kapitän hat ne Tüte in der Hand!" zurückzukehren. Man kann es ihm nicht verdenken, die Ruhe des Sees, die Abgeschiedenheit der Kajüte, wenig Passagiere an Bord, da kann man mal die Seele baumeln lassen, sollte sich aber bewusst sein, dass man den Rauch des Joints auf dem Deck riechen könnte. Da machte auch die coole Musik auf einmal Sinn, die die ganze Zeit aus den Lautsprechern kam: JungleJazz, Moby und der lokale Rocksender sind für einen normalen über-50jährigen sicher nicht alltäglich!

Finally we see the light

Nachdem wir uns die Felszeichungen angesehen haben, die aber zum Grossteil nicht ewig alt sind, sondern in den 70ern von nem Weißen angefertigt worden sind, kam dann der Käptn zu uns an Deck und vergewisserte sich, dass wir die Sache mit der Tüte nicht in den falschen Hals bekommen hätten. Abgesehen von Albrecht, der nach seiner Entdeckung kurz in der Kapitänslounge verschwand, haben wir nichts in den Hals bekommen, und haben ihm versichert, dass wir seinen Arbeitsplatz nicht gefährden würden, sind ja keine Spießer!

Weiter Highlights in Taupo waren das All-You-Can-Eat bei PizzaHut, wo drei Deutsche länger als jeder andere Gruppe verweilten, um mit fast platzenden Bäuchen ins Bett zu fallen, sowie die HoleInOneChallenge, die am See stattfand: 102 Meter vom Ufer ist eine Plattform mit drei Golflöchern angebracht, auf die man Golfbälle schlagen kann. Mit meiner Erfahrung war es mir immerhin möglich, einen von 20 Bällen auf die Plattform zu schlagen. Drei gingen sogar weit über die Plattform hinaus. Das brachte mir immerhin einen Extraball ein. Videos und Fotos dieser unglaublichen Performance sind auf Anfrage vorhanden!

Es waren goldenen Zeiten und unliebsame überraschungen sollten folgen...

Verheißungsvoll, Veeck

8. - 9. Juni 2003: Rotorua, NZ

Wir folgten dem Thermal Explorer Highway nach Rotorua, einem touristischen Fleckchen nördlich von Taupo. Neben dem ständigen Schwefelgeruch der heißen Quellen, die in der ganzen Stadt Dampf aufsteigen lassen, pflasterten Kraterlandschaften sowie Schlammquellen mit Schlammblubberblasen und Geysire unseren Weg sowie die Vergesslichkeit eines Mannes, dessen Namen ich hier nicht zu nennen brauche, es aber nur allzugerne tue:

ALBRECHT ZIMMERMANN!

Great colors, terrible smell!

Während meine Vergesslichkeit sich noch in einem gewissen lokalen Rahmen hielt, wurden Teyna und ich von Albrecht mit einem herzlich herausgebrüllten "Shit" erfreut, als wir gerade auf dem Weg von Taupo nach Rotorua Station in einem thermischen Nationalpark machten. Dies war darin begründet, dass Albrecht im Hostel in Taupo seine Wertsachen inklusive Flugticket und Reisepass im dortigen Safe einschließen ließ und sie immer noch dort lagen, als wir schon 50 Kilometer weiter nördlich waren! Immerhin konnten Teyna und ich so eine kleine Pause machen, während Albrecht zurückfuhr!

Teyna nutzte diese Zeit extrem, indem sie bei Rock'N'Ropes einen AdrenalinKick einschob: Balancieren auf 10 Meter hohen Seilen, Hängebrücken, Baumstämmen und einem Sprung an ein Trapez! Mutig ist sie, meine kleine Freundin, oder? Ich sah mir das ganze lieber von unten an, und machte Fotos! An einem bleibt halt die Arbeit hängen :-)

Nun, dies war aber nicht der einzige Lapsus, den unser liebenswerter Rabauke Albrecht hinbekam: Wir saßen also zu dritt abends in Rotorua im Cactus Jack Backpackers-Hostel (ein Haus im mexikanischen Stil, sehr cool), als Albrecht den Autoschlüssel von mir verlangte, um noch seine Jacke aus dem Auto zu holen. Kurze Zeit später klopfte es am Fenster. Hmm, dachte ich, Albrecht will wohl wieder ins Hostel rein und ging zur Vordertür. Erst als Albrecht mich an der Tür mit dem schon einmal gehörten "Shit" begrüßte, dämmerte mir, dass er eigentlich an unserem Autoschlüssel auch der Schlüssel des Hostels befestigt war, mit dem er die Vordertür hätte öffnen können.

Was er also geschafft hatte, war den einzigen Autoschlüssel, den wir besaßen, im Kofferraum liegen zu lassen, während alle 4 Türen geschlossen waren, und dann die Kofferraumklappe zu schließen! Und das ganze einen Tag bevor wir uns weiter Richtung Norden machen wollten!

Zum Glück hat am nächsten Morgen der freundliche Herr vom lokalen ADAC (ein Service, der glücklicherweise im Preis unserer Autovermietung mit drin war), das Auto schadensfrei wieder geöffnet und wir konnten uns auf den Weg in den äußersten Norden Neuseelands machen! Nun fing ich aber an, mir Sorgen zu machen, dass ich Albrechts Fehlschläge wohl irgendwann mit einer noch dümmeren Aktion toppen würde. Interne Spekulationen drehten sich um verpasste Flüge und unangenehme Krankheiten in den unteren Regionen, für dich ich Teyna nicht verantwortlich machen könnte!

Bis die Tage, ich geh jetzt MiniGolfen! Veeck

10. - 15. Juni 2003: The Northern Side of NZ

Freunde, kurz vor unserem Abflug nach Australien lasst uns für einen kurzen Moment die Zeit zurück drehen, um die letzten Tage Revü passieren zu lassen. Hier also eine kurze Zusammenfassung von Susi über die Tage in den Northlands, wo wir uns von Rotorua aus aufmachten:

Kauri tree

RIESIGE BÄUME, die gab es in den Kauri-NationalParks und wer vor einem solchen Urwaldriesen mal gestanden hat, kann verstehen, warum die Maori ihnen so bescheidene Namen wie "Gott des Waldes", "Vater des Waldes" und ähnliches gaben. Mehr als 5 Meter Durchmesser, über 20 Meter hoch und sie stehen dort wie ein Fels in der Brandung des Waldes. Unsere Bilder werden ihnen wohl nicht gerecht, aber wir werden es auf den Diaabenden nochmals unterstreichen.

VERSPIELTE DELPHINE, die wir in Pahia auf einem Bootstrip sahen. Sie schwammen lange Zeit mit uns vor dem Boot mit, sprangen verspielt umher und es war sogar ein Babydelphin mit, was uns leider das echte Mitschwimmen unmöglich machte. Dies war eine Auflage der Behörden und auch verständlich, wer würde von euch Damen schon gerne beim Stillen von Touris angegafft werden?

EWIG VIELE FRIENDS-FOLGEN, die wir dauernd in unserem Hostel dort oben im Norden von Neuseeland sahen, da die einen extra DVD-Kanal hatten, den man mit WunschDVDs bestücken lassen konnte. Wir blieben in den Northlands 4 Tage und haben zum Frühstück bevor wir zu unseren Unternehmungen aufbrachen, immer Friends einlegen lassen und sonst auch immer, so dass die Chefin des Hostels dann zum Schluss den ganzen Tag Friends hat laufen lassen, wenn niemand sonst was wollte.

Hab ich was vergessen? Mmmmh, da war noch eine Friedensreich-Hundertwasser- Toilette in KawaKawa, dann waren wir am CapeReinga, was quasi der nordwestlichste Punkt Neuseelands ist, haben Minigolf gespielt, in einem Kaff übernachtet, das diese Bezeichnung wirklich verdient, da die einzige Kurve des Ortes zugleich auch der Dorfmittelpunkt war, Albrecht hat keine Fauxpas mehr abgeliefert. Vor dem Flug raus aus Auckland waren wir noch in "Phonebooth", einem wirklich sehenswerten Psychothriller, empfehlenswert! Und mir wurde ein Brieföffner vom Zoll abgenommen, den ich mir erst ein paar Stunden vorher gekauft habe! Und ich durfte ihn noch nicht mal per Post nachschicken! Verdammte Zoll-Schweinebacken und -Terroristen!

Und nun, da wir Sonne in Darwin tanken werden, laßt es euch ebenfalls gutgehen, alle miteinander!

Grüße, Veeck

16. - 25. Juni 2003: Darwin, AUS

G'Day Mate!

Nature's Cleaning Crew

Die Freunde der Südhalbkugel unter euch erkennen sofort den typischen Gruss der australischen Bevölkerung, wo wir uns dieser Tage aufhalten. Aber zuerst eine Beschreibung unseres momentanen Basislagers, Frogs Hollow Hostel in Darwin. Da wären zum einen der Pool und die zwei Spas im Hostel, welche für die 25 Grad abends bzw lockere 30 Grad am Tag als Abkühlungsmöglichkeiten wunderbar geeignet waren. Wir wussten am Anfang unseres AustralienAufenthalts noch nicht genau, wo und wie wir uns die nächsten Tage die Zeit vertreiben würden, deshalb war diese chillige, warme (und ich bin mir sicher, dass einer der Hostel-Betreibern schwul war) Atmosphäre nach dem rauheren Klima in Neuseeland eine willkommenen Abwechslung.

Jedenfalls, an unserem ersten Tag in Darwin machten wir uns Spagetten, wie Teyna sie zu nennen pflegt, und es war die bis dato einzige Mahlzeit, die ich mit Albrecht genießen durfte, in denen er nach nur EINEM Teller sagte, er wäre satt und würde nichts mehr essen. UNFASSBAR, sagt ihr und ihr habt Recht.

Aber es gab eine Erklärung. Zum einen war da, meiner Meinung nach, der Jetlag nicht ganz unschuldig. Zum anderen, und das ist Fakt, hat Albrecht während unserer drei Flüge von Auckland nach Darwin ziemlich in die Bordverpflegung reingehauen. Eigentlich ging ich ja von 9 Flügen aus, die ich insgesamt auf dieser Tour hinter mich zu bringen hätte, aber es kam noch einer dazu: Denn nicht nur sind wir von Aukland nach Melbourne geflogen, sondern von da aus erstmal nach Adelaide und dann erst nach Darwin. Und da in Adelaide schlechte Sicht war, mussten wir a) erstmal über ne halbe Stunde in Melbourne warten und dann noch b) über Adelaide Warteschleife nach Warteschleife fliegen. Die Zeit nutzte also Albrecht, um sich Bordcracker und ähnliches unter die Nägel zu reißen, um sich somit an Quantas Airlines für die seiner Meinung nach zu kleinen Portionen zu rächen. Die arme Quartalsbilanz der Firma! Oh, und er wollte sich rächen, da auf dem Flug nach Darwin, der mit einer der rütteligsten und schütteligsten meines Lebens war und für jede Cocktailshaker -Ausbildung gelangt hätte, die Essensausgabe aufgrund besagter Turbulenzen Zentimeter vor seinem Sitz unterbrochen werden musste und ich einen verzweifelten Gesichtsausdruck zu sehen bekam, der sonst nur von Müttern aufgesetzt wird, denen ihr eigenes Kind aus den Händen gerissen wird. Dazu kamen dann noch ein zweites Hauptgericht sowie große Teile von Teynas und meines Essens, da uns die Turbulenzen so sehr auf den magen schlugen. Aber einen Zimmermann kann sowas nicht erschüttern und über den Tag zusammengerechnet hatte er wohl nicht abgenommen.

Diese Tage in Darwin waren entspannt, aber die Tour, die wir in den Kakadu-Nationalpark gemacht haben, war jeden der 340 australischen Dollars wert! Für die die Albrechts Rundmails nicht gelesen haben, hier nochmal eine Zusammenfassung:

REALLY big rocks

Man starte als Durchschnittstouri, nachdem man die Tour bei einem Veranstalter (unserer war GONDWANA, empfehlenswert) gebucht hat, morgens um 6:30, indem man vom Hostel abgeholt wird. Bis zu 9 Leute (wir waren nur zu fünft, was die Fahrt angenehmer gestaltet, Viktoria(GB) und Paz(AUS) gesellten sich zu uns) hocke dann in dem Allrad-Geländewagen mit Anhänger (der das leichte Gepäck und alles was man zum Campen braucht aufnimmt und welches mit im Preis inbegriffen ist) neben dem Fahrer (unserer hieß Ben), der als Führer alles erklärt und auch einen Großteil des Kochens erledigt, so wie Spitznamen an die Leute verteilt. Je nach Jahreszeit (grob gibt es zwei: Trocken- und Regenzeit) und Lust und Laune werden dann verschiedene Stationen im Verlauf der 3 Tage abgeklappert, bevor man dann abends um 9:30 wieder total müde, verdreckt und ausgelaugt im Hostel abgesetzt wird und sich dennoch wie ein Schneekönig fühlt in Anbetracht der Sachen, die man gesehen hat (und dann kommt noch der Sprung unter die Dusche! Ein Genuss!). Unsere wichtigsten Stationen waren:

JIMJIMFALLS: Wasserfälle, die zwar in der Regenzeit richtig viel Wasser führen, aber dann noch nicht mal mit nem Allradauto zu erreichen sind. Jetzt in der Trockenzeit geht es, aber das Wasser ist dann nicht mehr so spektakulär. Dafür sieht es schweinegeil aus, wenn man nach 2 Stunden durch die Natur stapfend und Hügel hochkletternd am oberen Ende der Fälle ankommt und ins 200METER tiefer gelegene Tal schauen kann (Weicheier gehen nur zum Schwimmen zum Fluss am unteren Ende, da waren wir auch noch danach!). Ein Anblick nur für schwindelfreie und an den ungesicherten Abgrund nur herankrabbelnde Leute! Auch am oberen Ende hats kleine Seen zum Baden und Erfrischen, obendrein hat unser Führer noch Brot und alles mögliche für ein Picknick mit hochgeschleppt, so dass wir alle extrem glücklich und vollgefressen waren. Was auch neu für mich Westeuropäer war, ist dass wir Trinkwasser aus dem die Fälle speisenden Fluss entnehmen konnten, so klar war selbiger!

Boat near Shady Camp

SHADY CAMP: Vor die Wahl am letzten Tag gestellt, zu diesem Camp zu hetzen, oder in Ruhe zu Mittag zu essen, entschieden wir uns für die Ruhe! Was sich auch gelohnt hat, denn a) war das Mittagessen lecker und b) waren wir immer noch rechtzeitig da, da die Ebbe noch nicht eingesetzt hatte, als wir den Fluss erreicht hatten, der am Shady Camp entlang fließt.

Und was macht man an dem Fluss? Man fährt mit dem Boot lang!

Und wer durfte das Boot fahren? Albrecht!

Nun, auch ich hatte Bedenken, aber wie man lesen kann, haben wirs alle überstanden, ohne dass Albrecht es geschafft hätte, mich oder Teyna in den Fluss zu katapultieren. Was schlecht gewesen wäre in Anbetracht der vielen Salzwasserkrokodile, die in dem Fluss ihr Unwesen treiben und einen Touri als Hauptgang gerne zu sich nehmen (siehe dazu diesen Artikel)! Trotzdem extrem cool, an dem Fluss entlang zu fahren und alle 20 Meter n Krokodil im Wasser schwimmen oder an Land liegend zu sehen (von dem spektakulären Sonnenuntergang ganz zu schweigen)

UBIRR: Ein Ort, an dem viele Zeichnungen von Aborigines auf Steinen zu sehen sind. Sehr beeindruckend, wie diese Leute in dem Land überleben konnten, bis der weiße Mann auftauchte! Im selben Maße ist genauso bedrückend, wenn man sieht, wie viele Aborigines als Penner auf der Straße anzutreffen sind. Ein weiteres Beispiel für die überheblichkeit, die der zivilisierte Westen manchmal an den Tag legt, da immer wieder in der australischen Geschichte versucht wurde, diese Ureinwohner in die westliche Kultur zu assimilieren, ohne auf deren eigene Kultur und Identität zu achten!

Original Aborigini Material

5 Wochen sind nun vergangen, liebe Zuleser, seitdem ich mich aufgemacht habe, einmal die Welt zu umrunden. Zeit also auf wichtige Fragen einzugehen, die sich zwangsläufig stellen:

Dann ist es vorbei mit KuschelKindergartenBackpacken! Da wird ans Eingemachte gegangen, da kommt Butter bei die Fisch, da trennt sich die Spreu vom Weizen und die Jungs von den Männern, da sind die Straßen etwas holpriger und die Zimmer etwas belegter mit Krabbelviechern!

Besinnliche Grüße, Veeck