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Operation Rising Sun

when September 2004

where Tokio / Japan

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25. September 2004: Freiburg

Sneak peak at the Boing 747 cockpit

Heathrow, alternder Moloch des westlichen Flugverkehrs, du hast mich wieder.

Freunde und alle, die ihr es werden wollt, ich melde mich vor meinem 12 Stunden Flug noch einmal, um euch zu warnen:

Wer nicht schnell genug NEIN ruft oder dessen eMail-Account voll ist, der erhält ab Morgen für zwei Wochen Kunde aus einem Land, das nach den USA uns wohl am fremdesten seit dem zweiten Weltkrieg geworden ist:

Japan!

Genauer gesagt die Städte Tokio, Sendai und Kyoto! Eine Woche Konferenz (eine genauere Beschreibung des Vortrags, den ich zu halten hab, findet ihr auf dieser Seite hier. Achtung aber, englisch ist Voraussetzung) sowie 5 Tage Sightseeing in den genannten Städten. Nur noch 12 Stunden Flug sowie das Kinoprogramm an Bord stehen dazwischen. Oh und mein Hals kratzt. Verdammte Klimaanlagen!

Seid also gespannt und neidisch, Grüße, Veeck

27. - 29. September 2004: Sendai

Probably more confusing than helping.

Sushi, Suppen, Sayonara, Freunde, aus Sendai, einer Millionenstadt im Norden Japans!

Wir sind also ohne Abstürze nach Japan gekommen. Der einzige Absturz war Cyrills, der hat am Abend vor unserer Abreise einen zu viel in der Strauße getrunken und war entsprechend fertig war auf der Reise.

Aber zurück zum Thema: Der Flug war nicht wirklich aufregend, keine Turbulenzen, keine Verspätungen, das einzig nennenswerte war, dass schräg hinter uns eine arme Frau kurz nach dem Start von oben vollgetropft wurde. Der Stewart kam auch, nachdem sie sich mit einer Plastiktüte bewaffnet hat und die Tropfen auffing, um nachzuschauen was da war. Es hätte ja Benzin, Bremsflüssigkeit, Kerosin sein können, aber dann stellte sich heraus, dass ein Mitreisender im Gepäckfach seine Tasche mit einer Wasserflasche verstaut hatte und die aufgegangen war. Die arme Sau konnte dann erstmal sein Handgepäck trocknen, inklusive seiner Kamera, die aber anscheinend nichts abbekommen hatte. Wie kann man auch so blöd sein.

Ok, jetzt zum eigentlichen Thema: Klischees. Die werden voll erfüllt, denn hier laufen alle Europäer mit Kamera rum und machen dauernd Fotos von stinknormalen Sachen. Wir gehören natürlich auch dazu.

Fishing nets near Sendai

Die Japaner, um sie kurz zu beschreiben, sind superfreundlich (sogar der Schaffner im Zug zieht vor den Reisenden den Hut, stellt sich vor, verbeugt sich und kontrolliert erst dann die Karten), reden andauernd auf Japanisch auf einen ein, stellen sich strikter als die Engländer vor der Bushaltestelle in Reihe auf und haben tolles Haar.

Und das Essen, super! Gerade eben haben wir typisch Japanisch vom Laufband gegessen, wo vor einem kleine Teller vorbeifahren, auf denen verschiedene Kleinigkeiten liegen. Da man nichts versteht, bzw. keiner hier Englisch kann, kommt man damit am weitesten. Oder sie legen einem Bilder hin, so wie in der Suppenküche gestern Abend.

So, gleich ist die Internetzeit vorbei, ich muss Schluss machen. Grüße an alle frischen Väter (Christian Schmidt, du bist gemeint, aber Ole?) und alle schwangeren Cousinen,

Konischiwa, Veeck

PS: Der Tourist mit der Wasserflasche war auch so blöd und hat seine Jacke im Flugzeug vergessen, weil er es so eilig hat, nach der Landung ins Cockpit zu gehen, weil er vom Piloten die Erlaubnis bekam, darin Fotos zu schießen.

PS: Der blöde Tourist mit der Wasserflasche, der Jacke und dem Cockpit hat auch bei seiner vorherigen Mail die falsche Internetadresse angegeben: Geht auf www.veeck.de und alles wird gut.

30. September 2004: IROS 2004

Mein glorreicher Vortrag

Geschafft, es ist vorbei, das Spiel ist aus, die Würfel gefallen, ich habe meinen Vortrag auf der IROS hinter mich gebracht. Ich war nervös, keine Frage, das ist aber auch kein Wunder, wenn man morgens auf die Konferenz geht und feststellt, dass man seinen Vortrag im größten Saal des Hauses halten muss, der 1000 Plätze aufweist!!!

Zum Glück werden Besucherzahlen in dieser Größenordnung nur erreicht, wenn man schon 250 Veröffentlichungen hat und Sebastian Thrun heißt, bei mir waren zum Glück nur ca. 30 Leute da. Es gab noch zwei Kommentare von anderen Wissenschaftlern zu meinem Thema, die wir, Wolfram, nochmal durchgehen sollten, aber im großen und ganzen war ich unzufrieden mit meinem Vortragsstil (nicht mit dem Vortrag an sich, der war gut), aber Cyrill überredet mich gerade zu einer anderen Meinung.

So, der harte Teil ist jetzt für mich vorbei. Ok, es gibt natürlich noch die Schlachten ums kalte Buffet, und das ist wirklich kalt: Sushi, Sushi, Sushi. Man könnte denken, die haben eine Ölkrise hier und feuern ihre Herde niemals an. Egal, schmecken tut's trotzdem (noch).

Anbei Bilder von mir während der Präsentation und ein Bild von einem rollerblade-fahrenden Roboters. Ich werde später noch die passenden Filme auf meine Webseite stellen, dann könnt ihr auch 4 von diesen Robotern in Aktion sehen, wie sie tanzen und skaten.

Und nun noch kurz zu einer Neuerung in meinem Mails, eine neue Rubrik -> Japan-Facts

Japan-Fact: Alle Handys in Japan sind Aufklapphandys.

So das war's schon, ich geh wieder japanisches Bier trinken. Wenn ihr das in den nächsten 1,5 Stunden lest, drückt Teyna die Daumen, die gerade in ihrer Klausur hockt und wohl viel lieber hier bei mir wäre (was ich auch gerne hätte).

Bis die Tage, Veeck

31. September - 3. Oktober 2004: Sendai

Sad Sony Robot

Grüße vom letzten Tag der IROS-Konferenz bevor es Morgen ab nach Tokio geht.

Die IROS war sicherlich interessant, wenn ich auch von einem wissenschaftlichen Standpunkt aus gesehen nicht viel lernen konnte. Zu unterschiedlich die Themen und zu wenig überblick besaß ich dafür.

Von einem unterhaltungstechnischen Standpunkt aus waren die QRIOS das Highlight: Wer sie nicht kennt, das sind kleine Roboter von Sony, die nicht käuflich zu erwerben sind (und selbst dann den Wert eines Eigenheims hätten) und süße Dinge machen können wie zum Beispiel tanzen, Toasts aussprechen und skaten. Ich habe da mal was vorbereitet, was ihr hier auf YouTube anschauen könnt.

Dann fand gestern Abend auch noch das Festbankett statt, was ein gediegenes Mahl und freie Getränke beinhaltet, sowie viele Dankesreden von leicht angetrunkenen Japanern, deren Akzent nicht zu überhören war, um es mal etwas freundlicher auszudrücken. Oh, und die nächste IROS in Edmonton/Kanada wurde vorgestellt, wo auch gleichzeitig das IROS-Golfturnier stattfinden wird. Ich sollte wohl doch nochmal versuchen, einen Job an der Uni zu finden...

Egal, richtig witzig wurde es, nachdem schon um halb 10 das Bankett beendet wurde: Unsere Gruppe, multikulti bestehend aus verschiedenen Nationalitäten, Europäer vereint mit Amerikanern, beschloss ein Pub aufzusuchen, um noch ein zwei Bier zu sich zu nehmen.

Problem: Das Konzept einer Kneipe, wie wir sie daheim haben, gibt es hier nicht. So sind die meisten Läden hier Restaurants und die typischen japanischen Kneipen sind versteckt hinter diesen unverständlichen Schriftzeichen. Ok, trotzdem finden wir ein Schild im Entertainment-Viertel wo zumindest das erste Wort "Pub" ist (gefolgt von einem unverständlichem Kauderwelsch). Also 7 Mann ab nach oben in den dritten Stock (jep, hier wird jedes Stockwerk ausgenutzt) und die Tür zum Pub wird aufgestoßen, nur um einen Raum vorzufinden, der kleiner als mein Zimmer (20 qm) ist, und nur ein Pärchen an einem der 4 winzigen Tische hockt, während der Mann und die zwei Frauen hinter der Theke völlig aus dem Häuschen sind aufgrund der unglaublichen Anzahl von Gästen, die auf einmal in ihr Etablissement einströmen.

Cake robot!

Und mich wunderte schon, was sie für Preise haben bei so einer kleinen Ladenfläche, aber wir bestellten trotzdem Bier und wurden überraschend freundlich bewirtet. Alle drei, die vorher noch hinter der Theke standen, setzten sich zu uns und versuchten Konversation zu betreiben, obwohl sie nicht ein Wort Englisch konnte. Dazu kam noch, dass sie sofort, wen einer kein Bier mehr hatte, nachschenkten und dies in einer Art, als ob sie noch nie Bier ausgeschenkt haben (was auch von der unglaublichen Anzahl an Whiskeys in der Bar untermauert wurde). Und als Krönung fuhren sie auch noch keine Essensportionen auf (eingelegte Bohnen oder sowas), aber Hunger hatten wir keinen und bestellt sowas erst recht nicht.

Da wurde es uns zu unheimlich und wir fragten nach, was wir zu zahlen hätten. Wohlgemerkt: zu sechst hatten wir 4 oder 5 Flaschen Bier getrunken. Nach langer überlegung seitens des Wirtes kam dann für alles die Zahl 15000 Zen auf den Tisch, was sich in 120 Euro übersetzen lässt. Exquisit, sag ich mal, aber zum Glück hatten wir genug Geld dabei und waren um besagten Betrag ärmer aber um eine Erfahrung reicher: "Pub" bedeutet, dass es ein Hostessenclub ist, wo man die Frauen, die deine Mutter sein könnten (ich erwähnte noch nicht, dass es nicht die jüngsten Damen waren) für ihre Aufmerksamkeit bezahlt.

Egal, man kann ja Geld sparen, indem man zum Beispiel bei Touristen-Attraktionen, die normalerweise Eintritt verlangen, durch den ungesicherten Seiteneingang hinein wandert (was uns natürlich unabsichtlicher weise passiert ist). Und sonst wird man auf der IROS auch gut versorgt, so dass man für Essen und Alkohol auch kaum noch etwas ausgeben muss: Dauernd Wasser, Kaffee und Gebäck, mittags Lunchbox, abends am 1.Tag Welcome-Reception, 2.Tag Opening-Reception, 3.Tag Bankett, 4.Tag Farewell-Reception, alles immer mit Sushi und Sake satt.

OK, ab geht’s zur Lunchbox, ich krieg Hunger. Gratuliert aber alle noch Teyna, sie hat wohl ihre Klausur bestanden, jetzt muss sie nur noch 3 mündliche Prüfungen bestehen, dann ist sie frei!

Bis die Tage, es geht wie gesagt für eine Nacht nach Tokio und dann drei Tage nach Kyoto, Veeck

4. - 6. Oktober 2004: Kyoto

Somewhere in Kyoto

Wenn man eins kann hier in Japan, dann essen, Freunde der Macht!

Ich weiß, dass es nicht besonders japanisch war, aber sogar die Pizza im AllYouCanEat hier ist abwechslungsreich und lecker. Ok, um das gesundheitlich auszugleichen, kommt das ganze Sushi dazu, ich denke also ich nehme hier insgesamt ab.

Aber es sind vor allem die Variationen, die man findet: Gestern in Tokyo wandern wir in ElektronikCity (nicht wirklich günstig für Schnäppchen) und finden diesen kleinen Laden, in dem das Fleisch einem noch auf einer Seite roh an den Tisch gebracht wird. Das ganze aber in einer noch so heißen Pfanne, dass es zischt und dampft und man das Fleisch nur noch umzudrehen braucht, um es nach eigenem Gusto durchzubraten. Superlecker (und bei mir war ein Hackfleischkügelchen mit Käse überbacken auch noch mit dabei) und auf jeden Fall japanisch, nicht so wie die AllYouCanEat-Pizza heute Mittag, die aber beim Japaner dennoch Meilen besser schmeckt als bei Pizza-Hut.

Ok, wie sonst ist Tokyo? Gross, riesig, massig. Wir sahen jetzt nur einen kleinen Teil, aber wäre ich nicht schon vorher in Bangkok und wäre das Wetter dort nicht so regnerisch gewesen, dann hätten mich die Menschenmenge wohl umgehauen. Dennoch faszinierend, vor allem:

Japan-Fakten: Es gibt wirklich gebrauchte Damenunterwäsche dort zu kaufen. Abgepackt und mit Foto und Tragedatum versehen. Wer will eine?

Ok, momentan bin ich in Kyoto und surfe über das Wireless-LAN eines freundlichen Koyoteken, der weder sein Netz verschlüsselt noch sein Standardpasswort des Routers verändert hat. Keine Angst, wir verändern seine Einstellungen nicht (nicht bevor wir abreisen). Lasst euch das ne Lehre sein. Wir, das sind übrigens ich und Studenten von Ben Kuipers aus Austin, Texas, die ich auf der IROS kennenlernte.

Karten sind für dich und euch unterwegs, Geschenke kaufte ich auch für dich, euch und dich. Seid gespannt wer was kriegt :-)

Also, mehr die Tage mit mehr aus Kyoto, heute Abend wir Fleisch am Spießchen gegessen.

Schmatz an alle meine Freundinnen (oder nur an eine wenn ich nur eine kleine habe), M

7. - 9. Oktober 2004: Tokio

Collectible tofu mascots???

Guten Morgen, Freunde, aus dem abendlichen Tokio.

Nach 3 Tagen voller Schreine, Schreine, Tempel, Schreine, Tempel, Pagoden, Tempel, Schreine, Pagoden, Schweine, Schreine und wieder Tempel bin ich zurück in Tokio.

Und obwohl ich nur kurz in diesem Land verweilen konnte, so weiß ich doch zumindest eins: Warum Japaner in Europa alles fotografieren! Wenn sie eine Fußgängerampel fotografieren, dann weil sie sich denken: "Wow, die Ampeln in Deutschland sprechen einen nicht an, wenn sie grün werden und wünschen einem einen Guten Tag" (grob aus dem japanischen von mir übersetzt).

Wenn sie den Bürgersteig fotografieren, dann weil wir in Deutschland keine Blindenwegweisersteine einzementiert haben, die quer durch alle Wege führen. Sogar als Sehender könnte man so Zeitung lesen und instinktiv vor Straßenübergangen stehenbleiben.

Wenn sie Bahnsteige fotografieren, dann damit sie daheim zeigen können wie unpünktlich die Züge sind und wie ungeordnet die Leute dafür auch noch anstehen.

Aus den gleichen Gründen fotografieren wir Europäer natürlich das alles in Japan, darüber hinaus den Fujiyama (entspricht der Zugspitze in Deutschland) sowie die Schreine und Tempel in Kyoto (was dem Hofbräuhaus in München gleichkommt). Wenn ich daheim bin, werde ich hoffentlich einen größeren Webspace für meine Bilder finden, dann werden endlich mal alle über das Netz zugänglich gemacht.

Ich melde mich wieder evtl. aus Heathrow, aber spätestens aus Deutschland zur Nachbetrachtung dieses Spiels.

Danke an Matthias Nilges, der sich nach langer Zeit gestern meldete, wobei er es ist, der Japanisch studierte und ich hoffte, er könnte mir Tipps für die Reise geben. Tolles Timing!

Schmatz an Teyna, die sich für mich aufgespart hat und mich Sonntag wieder in die Arme schließen kann. (ich hab mich natürlich auch aufgespart, was denkt ihr denn?)

Ok, das war’s, Sayonara, Veeck

PS: Wer aufmerksam liest, hat im zweiten Satz den Tippfehler entdeckt! Wer nicht, der sollte sich schämen!